2022
Westfälischer Wirtschaftstag 2022

Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck

Habeck lobt Unternehmen für dynamisches Handeln in der Energiekrise

Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck hat die Unternehmen in Deutschland dafür gelobt, dass sie mit großer Dynamik und vielfach in Windeseile ihre Energieversorgung umstellen. Die Wirtschaft sei in zahlreichen Punkten längst weiter als die politische Regulierung, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag (25. August 2022) beim 26. Westfälischen Wirtschaftstag in Münster. Habeck war Hauptredner bei der traditionsreichen Veranstaltung der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL). Vor 600 geladenen Gästen referierte der Vizekanzler in freier Rede, gab dabei offen Einblicke in die energiepolitischen Bestrebungen seines Ministeriums und sprach nicht zuletzt über die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.

Zur aktuellen Diskussion um die Gasumlage sagte Habeck, diese werde am Ende des Winters als kleineres Problem erscheinen – angesichts der vielen Preissteigerungen, die sowohl Verbrauchern als auch Unternehmern bevorstünden. Wenn es gut laufe, erlebe Deutschland nur eine kurze Rezession, erklärte der Wirtschaftsminister. Jedoch werde nicht jedes Unternehmen die Krise überstehen.

„Die Welt hat sich gedreht“

Er selbst sehe sich in der Verpflichtung, die Versorgungssicherheit der Menschen und der Unternehmen in Deutschland aufrechtzuerhalten. Weiter sagte Habeck: „Die Welt hat sich gedreht.“ Es dürfe nicht zugelassen werden, dass in Europa das Völkerrecht mit Füßen getreten werde. Oberste Aufgabe der Gesellschaft sei es, sich dem entgegenzustellen.

Um das „Wohlstandsmodell“ in Deutschland neu zu erschaffen, sei es erforderlich, die Handelspolitik in Europa neu zu begründen und nicht zuletzt die Lähmung der vergangenen Jahre aufzuheben. „Man muss nicht immer ja sagen“, sagte Habeck – aber schnelle Entscheidungen seien dringend erforderlich.

Der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe, Dr. Reinhard Zinkann, hatte in seinen Begrüßungsworten die Freude zum Ausdruck gebracht, dass mit Habeck erstmals seit sieben Jahren wieder ein Bundeswirtschaftsminister persönlich am Wirtschaftstag in Münster teilnahm. „Dabei wissen wir auch alle, dass es gerade für Sie als Grüner nicht einfach ist, für die energiepolitische Zukunftsfrage die richtigen Antworten zu liefern“, betonte Zinkann. Es gehe jedoch aktuell um nicht weniger als die Zukunft des Industriestandortes Deutschland im Allgemeinen und die damit verbundenen Arbeitsplätze im Besonderen.