Internationaler Preis des Westfälischen Friedens 2016

Auszeichnung geht an Jordaniens König Abdullah II. und die Aktion Sühnezeichen

Münster/Westfalen, 16. März 2016. Der zehnte Preis des Westfälischen Friedens geht an den jordanischen König Abdullah II. Ibn Al Hussein und die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Dies gab die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) am Mittwoch in Münster bekannt. Das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro – gestiftet vom Kuratorium aus westfälischen Unternehmer-Persönlichkeiten – geht traditionell je zur Hälfte an beide Preisträger. Die feierliche Verleihung des Preises, der 1998 erstmals vergeben wurde, findet am 8. Oktober im Rathaus zu Münster statt. Die Laudatio auf den jordanischen König wird Bundespräsident Joachim Gauck halten.

„Abdullah II. Ibn Al Hussein genießt in der islamischen Welt ein hohes Ansehen als Vermittler bei unterschiedlichsten Konflikten“, zitierte Dr. Reinhard Zinkann, der Vorsitzende der WWL, aus der Begründung der internationalen Jury. „Der König vertritt entschieden die Position, dass Sicherheit und Frieden in der nahöstlichen Region abhängig sind vom gegenseitigen Willen zur Koexistenz und zum Zusammenleben.“ Der älteste Sohn von König Hussein I. stehe für Stabilität – und unterscheide sich dadurch nicht unwesentlich von anderen Monarchen in der Region.

Zusammen mit dem König wird die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für ihre Jugendarbeit geehrt. Die Organisation der Friedensbewegung ist besonders durch ein internationales Freiwilligenprogramm und die Organisation von Workcamps in West- und Osteuropa bekannt geworden. „Dabei ist es stets das Ziel, die Auseinandersetzung insbesondere junger Deutscher mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen zu fördern: durch Dialog und in der direkten Begegnung mit Menschen unterschiedlichster Herkunft“, sagte Zinkann.

Anlässlich der zehnten Verleihung des Friedenspreises blickte der WWL-Vorsitzende auf die Stiftung der Auszeichnung im Jahr 1998 zurück. „Mit dem Preis des Westfälischen Friedens wollen wir die Erinnerung daran aufrechterhalten, was die Gesandten im Jahr 1648 in Münster und in Osnabrück geleistet haben“, erklärte Zinkann. Das historische Vertragswerk sei beseelt gewesen durch den Traum vom Frieden, der die Menschen nicht nur an den Stätten des Friedensschlusses bewegte, sondern in ganz Europa und in der Welt. Zinkann: „Das hält bis heute an und gibt der Verleihung unseres Friedenspreises alle zwei Jahre ihren Sinn.“

Seit 1998 ging die Auszeichnung an Václav Havel, Helmut Kohl, Carla del Ponte, Kurt Masur, Valéry Giscard d’Estaing, Kofi Annan, Daniel Barenboim, Helmut Schmidt und die Besatzungen der Raumstation ISS. Gemeinsam mit den Persönlichkeiten, die durch ihre Lebensleistung zum Vorbild für Friedensarbeit in Europa und der Welt geworden sind, werden immer auch junge Menschen geehrt, die durch ihre Taten ein Beispiel für politische, soziale und ökologische Versöhnung und damit für Frieden in der Welt gegeben haben.