WWL startet Format zum Westfälischen Friedenspreis
Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) hat mit „Friedensfall“ einen neuen Podcast zum Internationalen Westfälischen Friedenspreis gestartet. Unter der Leitfrage „Was braucht Frieden heute?" spricht der erfahrene Journalist und Moderator Wulf Schmiese mit renommierten Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Militär und Gesellschaft über Frieden, Sicherheit und die Rolle Europas in einer veränderten Welt. Schmiese, der aus dem Münsterland stammt, kehrt mit diesem Podcast als Gesprächspartner für eines der drängendsten Themen unserer Zeit in seine Heimatregion zurück.
Der Podcast erscheint ab sofort auf allen gängigen Streaming-Plattformen und umfasst geplante sechs Folgen bis zur Preisverleihung an die NATO am 1. Oktober in Münster.
Erste Folge: Annegret Kramp-Karrenbauer über NATO, Ukraine und europäische Verteidigung
Den Auftakt macht Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemalige Bundesministerin der Verteidigung sowie Ministerpräsidentin des Saarlandes. Im Gespräch mit Wulf Schmiese blickt sie auf sieben Jahrzehnte deutscher Verteidigungspolitik – von der Gründung der Bundeswehr und Konrad Adenauer bis zu Donald Trump und dem aktuellen militärischen Konflikt mit dem Iran.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die NATO verändert hat: durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, die wechselhafte Haltung der USA und die wachsende Verantwortung Europas für die eigene Sicherheit. Kramp-Karrenbauer plädiert für militärische Stärke als Grundvoraussetzung für Frieden, nicht als Gegensatz zur Diplomatie, sondern als ihre Bedingung. „Die größte Gefahr besteht in einer Vereinbarung mit dem Aggressor um jeden Preis, bei der die Ukraine als Opfer der Aggression am Ende auf der Strecke bleibt. Diese Gefahr ist weiterhin nicht gebannt“, sagt Kramp-Karrenbauer in dieser ersten Folge.
„Friedensfall“: Frieden als Gesprächsthema
Münster 1648: Hier wurde nach drei Jahrzehnten Krieg ein Frieden verhandelt, der Europa neu ordnete. 378 Jahre später stellt die WWL mit „Friedensfall“ die Frage, was dieser historische Ort in Zeiten, in denen Krieg auf dem europäischen Kontinent wieder Realität ist, weiterhin zu sagen hat. Der Podcast versteht sich nicht als Antwort, sondern als Gesprächsangebot: mit Gästen, die das Thema aus politischen, militärischen, wissenschaftlichen, ethischen oder journalistischen Blickwinkeln kennen.
„Frieden ist keine Selbstverständlichkeit und er erfordert den offenen, auch unbequemen Diskurs. Mit ‚Friedensfall‘ schaffen wir einen Raum, in dem wir gemeinsam mit herausragenden Gästen fragen, was Frieden heute wirklich braucht. Wir freuen uns, dass Annegret Kramp-Karrenbauer diesen Podcast mit einer so klaren und substanziellen Perspektive eröffnet“, sagt Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe.