16. OKTOBER 2006 300 Gäste beim Westfälischen Friedenspreis für Giscard d'Estaing und Bethel-Jugendliche

Festakt am Samstag (21. Oktober) im Rathaus zu Münster

Münster - 300 Gäste werden am kommenden Samstag (21. Oktober) in Münster erwartet, wenn der Preis des Westfälischen Friedens verliehen wird. Er geht in diesem Jahr an den früheren französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing und an die in den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld ein freiwilliges Soziales Jahr leistenden jungen Menschen.

Laudatoren sind Frau Christina Rau, die Ehefrau des früheren Bundespräsidenten, und Jean-Claude Juncker, Premierminister des Großherzogtums Luxemburg. Frau Rau würdigt die jugendlichen Preisträger, Juncker den früheren Staatspräsidenten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird ein Grußwort sprechen, Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Botschaft übermitteln lassen. Den Preis überreichen wird der Gütersloher Unternehmer Reinhard Zinkann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V., die den von Unternehmern der Region mit 50.000 Euro dotierten und jeweils zur Hälfte an beide Träger vergebenen Preis alle zwei Jahre verleiht.

Die Wirtschaftliche Gesellschaft würdigt nicht nur das Wirken Valéry Giscard d'Estaings als Baumeister Europas, sondern vor allem dessen Arbeit als Vorsitzender des Verfassungskonvents der Europäischen Union. In zähen Verhandlungen gelang es ihm, den Entwurf eines Verfassungsvertrages für das vereinte Europa zu erarbeiten. Die internationale Jury des Friedenspreises votiert für den Preisträger, gerade weil der Verfassungsentwurf aus überwiegend innen- und parteipolitischen Gründen in den Referenden von Frankreich und Holland scheiterte. "Der Vertrag ist alles andere als untauglich; ein verfassungsrechtlich verklammertes Europa wäre ein zusätzlicher Garant für den inneren und äußeren Frieden eines zwischen Staatenbund und Bundesstaat staatsrechtlich angesiedelten Gebildes europäischer Staaten", heißt es in der Jury-Begründung.

Die Jugendlichen in den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, die dort während eines Sozialen Jahres auch 2006 wieder ihre aufopferungsvolle Arbeit an alten, kranken und behinderten Menschen leisten, werden auch stellvertretend für andere junge Menschen ausgezeichnet, die an sozial brisanten Orten freiwillig helfen. In Bethel bringen inzwischen jährlich mehr als 150 Jugendliche ihre Hilfsbereitschaft in die größte diakonische Einrichtung der Welt ein, praktizieren dort Humanismus und Nächstenliebe und festigen die eigene soziale Kompetenz, heißt es in der Begründung. Diese jungen Menschen geben mit ihrem physisch und psychisch belastenden Dienst ein Beispiel und wecken Hoffnung, dass unsere überlasteten Sozialsysteme auch in Zukunft ihre den Menschen zugewandten wachsenden Aufgaben bewältigen. "Die freiwilligen Helfer Bethels leisten damit Friedensarbeit in des Wortes bester Bedeutung", erklärt die Jury. Gerade im Jahre 2006, in dem des 175. Geburtstages Friedrich von Bodelschwinghs - des Namensträgers der Anstalten in Bethel - gedacht wird, erscheint die dort geleistete Arbeit besonders auszeichnungswürdig.

Zur Preisverleihung der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe haben sich 30 Journalisten akkreditiert. Der Festakt wird vom Westdeutschen Rundfunk im Fernsehen am Samstag live zwischen 11.00 und 12.30 Uhr übertragen. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre im Rathaus zu Münster, dem historischen Ort des Westfälischen Friedensschlusses von 1648, verliehen. Die Wirtschaftliche Gesellschaft ist ein Zusammenschluss von Unternehmern der Region und hat den nun zum fünften Mal vergebenen Preis 1998 zum 350. Jubiläum des Westfälischen Friedens gestiftet.

Bisherige Träger des Westfälischen Friedenspreises sind

  • 1998: der frühere tschechische Staatspräsident Vaclac Havel und die baskische Jugendorganisation Gesto por la paz (Bewegung für den Frieden),
  • 2000: der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl und die Gymnasien Zespol Szkol Spolecznych Nr. 1 "Ekola" aus Breslau und Conrad von Soest Gymnasium aus Soest,
  • 2002: die UN-Kriegsverbrecheranklägerin Carla Del Ponte und die Jugendorganisation "Schüler Helfen Leben",
  • 2004: der Dirigent Kurt Masur und die Sternsinger.



Pressekontakt:

Ludger Baumeister
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Anton-Knubel-Weg 71 48167 Münster
Telefon 0251/624 635
mobil 0171 7707 906
Telefax 0251/624 636
E-mail: Ludger.Baumeister@t-online.de
www.westfaelischer-friedenspreis.de

zurück
© 2004 Cyrano